Mühlenbrücke

Das Tragegerüst der "Mühlenbrücke" bildet eine ehemalige Schwebebahnbrücke. Als ab 1998 das alte Gerüst aus den Jahren um 1900 abgebaut und durch eine stärkere Konstruktion ersetzt wurde, fand die 30 Meter lange "Brücke" ihre neue Verwendung. Das Gerüst der Schwebebahn, das fast 100 Jahre die Hauptlast des Personennahverkehrs in Wuppertal "getragen" hatte, bestand wie heute aus drei wichtigen Bauelementen: den so genannten Pendelstützen, dem vierfüßigen Ankerjoch und dem längslaufenden Träger, der nach seinem "Erfinder" Anton Rieppel, Direktor der Maschienenbau-AG Nürnberg, auch "Rieppel-Träger" genannt wurde.
Die Träger mussten die Strecke zwischen den Pendelstützen überbrücken und hatten eine Länge zwischen 21 und 33 Meter. Um die Lasten aufzunehmen wurde sie durch eine Fachwerkkonstruktion versteift. Als die zum Bau der Schwebebahn gegründete "Continentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen" das einzigartige Verkehrsmittel auf der Pariser Weltausstellung vorführte, galt es als platzsparend, entgleisungssicher, schnell und preiswert. Während die zeitgleich errichtete Berliner Hochbahn mit einer Geschwindikeit von 28 km/h betrieben wurde, erreichte die Schwebebahn bis zu 50 km/h. Die Baukosten je Kilometer betrugen jedoch nur ein Sechstel. Somit galt die Technik als zukunftweisend. Es entstanden Verkehrsvisionen für Berlin und andere Großstädte, wie die Grafik von 1905 zur Stadt Straßburg zeigt.